News vom 26.04.2021 19:40 Uhr

iOS 14.5 Update – diese neuen iPhone-Funktionen erwarten euch!

Einstellungen App LogoAuf halber Strecke zum Release von iOS 15 im kommenden Herbst geht Apple mit dem neuen iOS 14.5 Zwischenupdate noch mal in die Vollen und beschert den Nutzern einen bunten Mix brandneuer iPhone-Funktionen. Ein Blick in den Beipackzettel des neuesten iOS-Updates verrät, dass Apple nicht mit neuen Features geizt, von denen wir euch die spannendsten im Folgenden vorstellen möchten!

Tracking-Abfrage tritt in Kraft

Bereits mit dem Release von iOS 14 im letzten Jahr angekündigt, tritt mit iOS 14.5 nun endlich auch Apples sogenannte „App-Tracking Transparenz“ in Kraft. Diese hat zur Folge, dass Apps ab sofort die Erlaubnis des Nutzers einholen müssen, bevor sie dessen Daten über Apps oder Webseiten von Drittanbietern hinweg verfolgen und für Werbezwecke nutzen. Die Abfrage erfolgt im Rahmen eines Pop-ups, dass am Display angezeigt wird, sobald eine App nach dem Update auf iOS 14.5 geöffnet wird. Mit einem ähnlichen Hinweis werden Nutzer seit jeher konfrontiert, wenn eine App um die Freigabe der Kamera oder des Standortes bittet.

Facebook-App iOS Tracking-Abfrage

Ihr könnt der jeweiligen App dann entweder erlauben, eure Aktivitäten zu tracken und Daten für Werbezwecke zu nutzen – z. B. um euch personalisierte Werbung anzuzeigen – oder der Anwendung das Sammeln eurer Daten verbieten. Die Einstellung lässt sich für jede App einzeln vornehmen und auch im Nachhinein noch in den Einstellungen angepassen. App-Entwickler, die sich nicht an ein vom Nutzer erteiltes Tracking-Verbot halten und weiterhin Nutzerdaten sammeln, riskieren übrigens einen Rauswurf aus dem App Store.

Ein begrüßenswertes Datenschutz-Feature, das den Nutzern künftig mehr Kontrolle über ihre Daten und Privatsphäre beschert. Auf der anderen Seite trifft die verpflichtende Abfrage Werbetreibende umso härter. An dieser Stelle sei der Social-Media-Riese Facebook genannt, welcher bereits in Apples Pressemeldung zum Datenschutztag als Beispiel herhalten musste. Das Unternehmen befürchtet aufgrund des neuen Features einen erheblichen Rückgang der Werbeeinnahmen und äußert lautstark Kritik an den neuen Maßnahmen. Verständlich, denn die Mehrheit der Nutzer dürfte sich bei der ersten Begegnung mit dem prominenten Hinweis gegen das Werbe-Tracking entscheiden.

iPhone mit Apple Watch entsperren

In Zeiten, in denen das Tragen einer Mund-Nasen-Maske zum Alltag gehört, ist das Entsperren des iPhones per Face ID bzw. Gesichtsscan unpraktisch geworden und endet in der Regel mit der manuellen Eingabe des iPhone-Codes. Denn die Gesichtserkennung funktioniert nur, wenn das Gesicht ohne störende Elemente klar erkennbar ist. Zwar hatte Apple hier bereits mit iOS 13.5 nachjustiert und dafür gesorgt, dass das iPhone den Ziffernblock zur Code-Eingabe beim Tragen einer Maske schneller einblendet. Eine wirkliche Erleichterung ist damit jedoch nicht eingetreten.

Das ändert sich mit iOS 14.5 zumindest für Besitzer einer Apple Watch. Denn diese haben nun die Möglichkeit, das iPhone mit der Apple Watch zu entsperren, wenn sich die entriegelte Smartwatch am Handgelenk befndet und das iPhone beim Entsperrvorgang eine Gesichtsmaske registriert. Der Abstand zwischen den Geräten darf dabei nicht zu groß sein, damit es funktioniert. Auf der Apple Watch erscheint dann ein Hinweis, dass diese genutzt wurde, um das iPhone zu entsperren. Sollte dies nicht gewollt sein, kann das iPhone über die Apple Watch sofort wieder per Fingertipp gesperrt werden.

"Mit Apple Watch entsperren" aktivieren

So kann man sich fortan die lästige Code-Eingabe sparen. Einziges Manko: Via Apple Pay bezahlen, klappt auf diese Weise leider nicht. Um das Feature einzuschalten, geht ihr einfach in der Einstellungen-App unter „Face ID & Code“ und tippt auf den Schalter unter „Mit Apple Watch entsperren“.

Standard-Musikplayer auswählen via Siri

Bislang ist es so, dass Apples Sprachassistentin Siri bei der Bitte Musik abzuspielen, standardmäßig den hauseigenen Musik-Streaming-Dienst Apple Music ansteuert. Eine Möglichkeit automatisch und immer auf eine andere Musik-App – wie z. B. Spotify oder Amazon Music – zuzugreifen, gab es bisher nicht.

Einen offiziellen Weg einen Standard-Musikplayer einzustellen gibt es zwar auch unter iOS 14.5 nicht, allerdings fragt euch Siri nach dem Update, mit welcher App ihr die Musikwiedergabe starten wollt und behält die App eurer Wahl bis auf Weiteres bei. Siri merkt sich künftig also eure bevorzugte Musik-App und startet diese immer, wenn ihr sie auffordert Audioinhalte abzuspielen.

Standard-Musikplayer auswählen mit Siri

Objekte hinzufügen & AirTag Support in der Wo ist?-App

Mit „AirTag“ bringt Apple demnächst einen eigenen Bluetooth-Tracker auf den Markt, das sich an beliebigen Gegenständen – wie z. B. Schlüssel, Rucksäcke oder Geldbörsen – befestigen lässt und im Falle eines Verlustes eine präzise Ortung selbiger erlaubt. Der etwa münzgroße Sachen-Tracker basiert auf Apples „Wo ist?“-Netzwerk, welches das Auffinden von verlorenen Objekten mithilfe von in der Nähe des AirTags befindlichen iPhones ermöglicht. Der vermisste AirTag macht dann über einen Signalton auf sich aufmerksam. Eine noch präzisere Ortung ermöglicht der im iPhone 11 und neuer verbaute U1 Chip, welcher den Anwender mittels visuellem, akustischem und haptischem Feedback zum gesuchten Gegenstand bzw. AirTag lotst. Das alles setzt zunächst einmal iOS 14.5 auf dem iPhone voraus.

AirTag

Eigens dafür hat die „Wo ist?“-App, welche als Verwaltungstelle für die Tracker dient, in iOS 14.5 eine neue Menüebene erhalten. Über den neuen „Objekte“-Tab können AirTags oder auch kompatibles Zubehör von Drittanbietern zum Aufspüren von Alltagsgegenständen hinzugefügt werden. Wie Apple kürzlich in einer Pressemeldung bekannt gegeben hat, nutzen mit Belkin, Chipolo und VanMoof bereits die ersten Drittanbieter die Suchfunktion des „Wo ist?“-Netzwerks für ihre Produkte, um Nutzern ein Auffinden im Verlusfall zu ermöglichen.

Objekte-Tab in der Wo ist?-App

Über 200 neue Emojis

Mit iOS 14.5 kommen diesmal auch zahlreiche neue Emojis aufs iPhone, wobei sich die Freude über völlig neue Smiley-Kreationen in Grenzen halten dürfte. Denn die hohe Zahl an neuen Symbolen ist insbesondere den zusätzlichen Haut- und Geschlechter-Variationen geschuldet, mit denen Apple seinem Anspruch an Diversität in der Gesellschaft gerecht werden will. So stehen ab iOS 14.5 neue Hautfarbenkombinationen für Paare sowie die Möglichkeit den bärtigen Emoji auch als Frau darzustellen zur Verfügung.

Neue Hautfarbe- und Geschlechter-Optionen für Emojis in iOS 14.5

Die wirklichen neuen Emojis lassen sich hingegen an zwei Händen abzählen. So erwarten euch in der neuen iOS-Version ein ausatmender Smiley, ein in Wolken gehüllter Smiley sowie ein Smiley mit verwirrten Augen. Darüber hinaus tauchen zwei neue Herz-Symbole auf der Emoji-Tastatur auf: ein bandagiertes Herz und ein in Flammen stehendes Herz.

Neue Smileys und Herz-Emojis in iOS 14.5

Außerdem wurde das Blut aus dem Spritzen-Symbol entfernt, sodass es z. B. auch in Zusammenhang mit Covid-19-Impfungen zum Einsatz kommen kann. Kleine Randnotiz: Das Kopfhörer-Emoji hat nun den Look von Apples neuen AirPods Max angenommen.

Spritze und Kopfhörer-Emoji in iOS 14.5

Unterstützung für Next-Gen-Controller

Seit iOS 13 ist es möglich, PlayStation Controller oder auch Xbox Controller mit dem iPhone zu koppeln, um darüber z. B. Spiele-Apps zu steuern. Mit dem neuen iOS 14.5 Update könnt ihr nun auch den neuesten PlayStation 5 DualSense Controller sowie Xbox Series X und Xbox Series S Controller mit dem iPhone verbinden.

PS5 DualSense Controller

Neue Funktionen in Musik- & Podcast-App

Auch der Musik-App hat Apple mit iOS 14.5 ein paar nennenswerte Neuerungen spendiert. So habt ihr in der neuen iOS-Version die Möglichkeit, einzelne Lieder per Wischgeste von links nach rechts direkt zur Wiedergabeliste hinzuzufügen und dabei auszuwählen, ob ihr das Lied an den Anfang (lila Button) oder ans Ende (oranger Button) der Playlist setzen wollt. Mit einem Wisch von rechts nach links über den jeweiligen Titel könnt ihr den Song hingegen schnell zu eurer Mediathek hinzufügen.

Neue Wischgeste, Kontextmenü und "Liedtext teilen"-Funktion

In einem neuen und erweiterten Kontextmenü, dass ihr mit einem Tipp auf die drei Punkte rechts in der Titelanzeige öffnet, könnt ihr außerdem Liedtexte oder ausgewählte Textpassagen mit anderen – z. B. via iMessage oder WhatsApp – teilen. Apple Music-Abonnenten, die eine solche Liedpassage erhalten, können diese direkt in iMessage abspielen, ohne die App zu verlassen. Spannend sind sicherlich auch die neuen City Charts, die zeigen, was gerade in über 100 Städten weltweit angesagt ist.

In der Podcast-App erscheint die Teilen-Option nun an erster Stelle, wenn ihr in der Wiedergabeansicht einer Podcast-Folge unten rechts auf die drei Punkte tippt. Wenn ihr einen Podcast abonnieren wollt, müsst ihr zudem fortan auf „Folgen“ tippen. Dadurch soll offenbar der Eindruck vermieden werden, es würde sich bei dem jeweiligen Podcast um ein kostenpflichtiges Abo handeln. Außerdem habt ihr nun die Möglichkeit Podcast-Folgen mit einem Lesezeichen zu markieren und diese in der „Mediathek“ unter „Gesichert“ jederzeit abzuspielen bzw. fortzusetzen.

Folgen teilen, Sendungen folgen und Lesezeichen setzen in der Podcast-App

Siri mit neuen Funktionen

Auch an Siri hat Apple mit iOS 14.5 Änderungen vorgenommen. So habt ihr in den „Einstellungen“ unter „Siri & Suchen“ → „Siri-Stimme“ nicht mehr die Wahl zwischen „Männlich“ und „Weiblich“, sondern genderneutral „Stimme 1“ und „Stimme 2“. Bei der erstmaligen Einrichtung des iPhones könnt ihr zudem zwischen der weiblichen und männlichen Stimme wählen, sodass Siri nicht mehr standardmäßig weiblich ist.

Darüber hinaus habt ihr ab iOS 14.5 die Möglichkeit, Gruppenanrufe in FaceTime via Siri zu starten. Zudem kann Siri bei eingehenden Anrufen den Namen des Anrufers sagen, wenn Ihr AirPods oder kompatible Beats-Kopfhörer tragt und ihr könnt das Telefonat einfach per Sprachbefehl annehmen. Auch das Anrufen von Notfallkontakten unterstützt Siri ab der neuen Softwarversion.

Rekalibrierung der Akku-Anzeige auf dem iPhone 11

Im Zuge des iOS 14.5 Updates nimmt Apple auch eine Rekalibrierung des sogenannten Batteriestatus-Meldesystems vor. Konkret geht es dabei darum, Ungenauigkeiten im Batteriezustandsbericht, also bei der Anzeige der maximalen Batteriekapazität und Höchstleistungsfähigkeit (zu finden unter „Einstellungen“ → „Batterie“ → „Batterieuzustand“) auf dem iPhone 11, iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max zu beheben. In einem einschlägigen Support-Dokument nennt Apple u. a. ein ungewöhnliches Batterieentladungsverhalten und eine reduzierte Höchstleistungsfähigkeit als symptomatisch für den Fehler, was jedoch „kein tatsächliches Problem mit dem Batteriezustand wiederspieglt“.

Hinweis zur Rekalibrierung des Akkus am iPhone 11

Während der Rekalibrierung, die einige Wochen dauern kann und auf welche ihr keinen Einfluss habt, erscheint in den Batterie-Einstellungen ein entsprechender Hinweis. Sobald die Neukalibrierung abgeschlossen ist, werden die prozentuale Maximalkapazität und die Höchstleistungsfähigkeit aktualisiert, sodass die Batteriezustandsdaten von nun an wieder korrekt angezeigt werden sollten.

Weitere nennenswerte iOS 14.5 Features

Neben den größeren und auffälligeren Änderungen in iOS 14.5 hält das Update auch ein paar kleinere Neuerungen parat, die durchaus eine Erwähnung wert sind.

Auf den 5G-fähigen iPhone 12 Modellen war die Nutzung des 5G-Netzes bislang auf die normale SIM-Karte beschränkt. Bei Verwendung der Dual-SIM-Funktion konnte die eSIM hingegen nur auf das LTE-Netz zugreifen. Ab iOS 14.5 kann die virtuelle eSIM jedoch ebenfalls auf 5G-Verbindungen zugreifen und das ultraschnelle Netz nutzen. Entsprechend einstellen lässt sich das Ganze dann in der Einstellungen-App unter „Mobilfunk“„Datenoptionen“„Sprache & Daten“. Verbesserungen des „Smart Data“-Modus, sorgen zudem für eine noch bessere Batterielaufzeit und Datennutzung auf den iPhone 12-Modellen.

iPhone 12 mit 5G Speed

Außerdem könnt ihr in der Erinnerungen-App eure Reminder nun etwa nach „Titel“, „Priorität“ oder „Erstellungsdatum“ sortieren und sogar ausdrucken. Die Kurzbefehle-App wird zudem um die Aktionen „Bildschirmfoto aufnehmen“, „Sprache & Daten festlegen“ sowie „Ausrichtungssperre festlegen“ ergänzt, die ihr ab iOS 14.5 für eure Kurzbefehle nutzen könnt.

Erinnerungen sortieren und drucken und neue Kurzbefehl-Aktionen in iOS 14.5

Praktisch: In der Karten-App kann die voraussichtliche Ankunftszeit nun auch im Fußgänger- und im Fahrrad-Modus mit anderen geteilt werden. Und auch in CarPlay kann die voraussichtliche Ankunftszeit nun während der Fahrt leicht via Siri oder die Tastatur geteilt werden.

Fehlerbehebungen in iOS 14.5

Mit dem neuen iOS 14.5 Update beseitigt Apple auch einige Softwarefehler, darunter Probleme bei der Darstellung und beim Verschicken von Nachrichten in iMessage und Schwierigkeiten beim Laden neuer Mails.

  • Nachrichten am Ende einer Konversationen wurden unter bestimmten Bedingungen durch die Tastatur verdeckt.
  • Gelöschte Nachrichten wurden in einigen Fällen nach wie vor in der Spotlight-Suche angezeigt.
  • In einigen Konversationen konnten Texte in der App „Nachrichten“ dauerhaft nicht gesendet werden.
  • Bei einigen Benutzern lud die App „Mail“ neue E-Mails erst, wenn das Gerät neu gestartet wurde.
  • In den iPhone-Einstellungen fehlten die Abschnitte zum Blockieren und Identifizieren von Anrufen.
  • In Safari wurden in einigen Fällen keine iCloud-Tabs angezeigt.
  • In einigen Fällen war es nicht möglich, den iCloud-Schlüsselbund zu deaktivieren.
  • Mit Siri erstellte Erinnerungen wurden irrtümlicherweise für die frühen Morgenstunden terminiert.
  • Das Meldesystem für den Batteriezustand wird eine Rekalibrierung der maximalen Batteriekapazität und maximalen Leistung für iPhone 11-Modelle vornehmen, um ungenaue Schätzwerte im Batteriezustandsbericht mancher Benutzer zu korrigieren.
  • Optimierungen, um die Anzeige eines schwachen Leuchtens zu verhindern, das bei reduzierter Helligkeit und schwarzem Hintergrund auf iPhone 12-Modellen auftreten konnte.
  • Mit der Funktion „Automatisches Wechseln“ wurde Audio von den AirPods an das falsche Gerät geleitet.
  • Die Benachrichtigungen für die Funktion „Automatisches Wechseln“ fehlten bei den AirPods oder wurden dupliziert.

iOS 14.5 installieren – so geht’s

Wie ihr seht, ist wieder einiges dabei und da mit diesem Update auch zahlreiche Fehler behoben und Sicherheitslücken geschlossen wurden, empfehlen wir euch, dieses Update zeitnah zu installieren.

Noch einmal zur Erinnerung: Damit euch beim Update keine Daten verloren gehen, solltet ihr sicherheitshalber vorab ein iCloud Backup bzw. iTunes Backup erstellen. Wie immer könnt ihr die Aktualisierung kabellos am iPhone in der Einstellungen-App unter „Allgemein“ → „Softwareupdates“ anstoßen. Mit einem Tipp auf „Laden und installieren“ startet ihr den Download.

(Bildquelle: Emojipedia, Apple)

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