Samuel 22.06.2018 11:00 Uhr
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Telekom arbeitet an zentraler Sperrliste für geklaute Handys

Trotz viel Kritik gegen den Versuch des Bremer Innensenators Ulrich Mäurer eine bundesweite Datenbank gegen Handydiebstahl zu etablieren, arbeitet die Telekom jetzt an einer zentralen Sperrliste für geklaute Handys um den Diebstahl von Smartphones und somit auch iPhones weiter einzudämmen.

Interne Sperrlisten sind nicht ausreichend

Die Telekom führt bereits eine interne Liste mit den IMEI-Nummern von geklauten Telefonen, eine eindeutige 15-stellige Nummer, die jedes Handy besitzt. Wird ein Handy bei der Telekom als gestohlen gemeldet, wird die IMEI-Nummer des jeweiligen Handys auf die Sperrliste gesetzt und das Handy kann nicht mehr ins Telekom-Netz eingebucht werden und kann somit nichtmehr für Telefonate, SMS oder mobiles Surfen genutzt werden. In anderen Mobilfunknetzen kann das Handy jedoch weiterhin genutzt werden, da bisher jeder Mobilfunkanbieter eine eigene Sperrliste pflegt, die nicht netzübergreifend funktioniert. Das aber möchte die Telekom mit ihrem Vorstoß nun ändern.

Übegreifende Sperrlisten notwendig

Anstelle der internen Liste der Telekom soll eine dezentrale Sperrliste treten, die netz- und unternehmensübergreifend funktionieren soll. Dann könnten Handydiebe die gestohlenen Handys nur noch offline nutzen, da selbst bei einem SIM-Karten Tausch das Handy immer noch in allen Netzen gesperrt wäre.

Das Programm heißt „Global IMEI Storage and Services“, wurde zusammen mit Camelot ITLab entwickelt und ist auf Blockchain Basis aufgebaut. Das ermöglicht allen Mobilfunkbetreibern (Telekom, Vodafone und Telefónica), aber auch Geräteherstellern oder IT-Assetmanagern in Unternehmen auf diese Liste zuzugreifen, sie zu bearbeiten und zu verwalten. Wird ein Handy bei einem der Anbieter als gestohlen gemeldet, können die anderen die IMEI-Nummer in der Liste einsehen und das Handy in ihren Netzen ebenfalls sperren und zwar in Echtzeit. Auch Kaufinteressenten für gebrauchte Smartphones könnten schnell überprüfen, ob es sich um ein geklautes Handy handelt, oder nicht.

Ein manipulieren der Liste von außerhalb soll durch Kryptoalgorythmen verhindert werden. Selbst wenn Nutzer ihre IMEI-Nummer nicht kennen ist die Sperrung möglich, da die Nummern bei den Mobilfunkbetreibern hinterlegt sind und dem gemeldeten Gerät zugeordnet werden können. Auch das Entfernen von Nummern aus der Liste, zum Beispiel bei Wiederfund soll problemlos möglich sein.

Weiterhin viele Handy-Diebstähle in Deutschland

Auch wenn Smartphones durch Passcodes, Gesichtserkennung oder Fingerabdruckscanner relativ sicher sind ist laut Telekom die Sperrung der IMEI-Nummer immernoch der beste Weg um sich vor Datenmissbrauch nach einem Diebstahl zu schützen. Und davon gibt es viele: Laut Telekom werden in Deutschland fast 600 Handys am Tag gestohlen.

Tipp: In einem anderen Artikel zeigen wir euch, wie ihr eure iPhone IMEI Nummer prüfen & anzeigen könnt!