Christoph 08.06.2018 16:46 Uhr
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Tracking-Schutz 2.0 – Apple erhöht Datenschutz im Safari-Browser

Für Internet-Unternehmen wie dem sozialen Netzwerk Facebook oder den Suchmaschinenanbieter Google sind Nutzerdaten das wichtigste Gut. Was den Konzernen in der Ausführung ihrer täglichen Arbeit zugutekommt und die Erträge steigert, geht allerdings zu Lasten der Privatsphäre der Nutzer jener Dienste. Als rigorosem Verfechter des Datenschutzes, geht Apple diese Praxis natürlich gehörig gegen den Strich, worauf der iPhone-Hersteller ab iOS 12 mit einer neuen Datenschutzeinstellung im hauseigenen Safari-Browser reagiert.

Mit erweiterter Tracking-Schutzfunktion gegen Facebook & Co.

Mit der neuen „erweiterten Tracking-Schutzfunktion“ nimmt Apple in iOS 12 die Tracking-Praxis von Socia-Media-Diensten ins Visier, allen voran Facebook. Konkret geht es um die sogenannten Social Plugins, also Like Buttons und Kommentarfelder, denen man regelmäßig auf den unterschiedlichsten Webseiten begegnet. Was viele Nutzer beim Drücken auf den „Daumen hoch“-Knopf nicht bedenken: Die Buttons haben die Eigenschaft Facebook das eigene Nutzungsverhalten mitzuteilen, d. h. was man sich im Internet anschaut und welche Webseiten man besucht. Im Ergebnis verfolgen einen dann maßgeschneiderte Werbeanzeigen auf Schritt und Tritt beim Surfen im World Wide Web. Mit dem weiterentwickelten Anti-Tracking-Feature will Apple nun der Datensammelwut der Konkurrenz der Garaus machen. Mit den Worten von Apples Software-Chef Craig Federighi bei der diesjährigen WWDC-Entwicklerkonferenz: „In diesem Jahr werden wir das abstellen“.

Nutzer entscheiden selbst über Datenweitergabe

In der nächsten Safari-Version öffnet sich ein Pop-up-Fenster mit einer Benachrichtigung, sobald ein Cookie versucht Nutzerdaten zu sammeln. Ob die Informationen weitergegeben werden oder nicht, entscheidet der Nutzer selbst. Mit diesem Schritt bringt Apple Facebook ordentlich in Bedrängnis, verzeichnet Apples Safari-Browser bei Smartphones einen weltweiten Marktanteil von rund 30 Prozent und liegt damit auf Platz zwei knapp hinter Google Chrome. Doch nicht nur Facebook, sondern auch Google dürfte sein Geschäft von der Tracking-Blockade bedroht sehen. Das neue Feature wird mit iOS 12 in die bereits bestehende Tracking-Schutz-Funktion integriert und bedarf keiner zusätzlichen Aktivierung.

Neben Facebook und Co. sind im Übrigen auch Werbetreibende von den Neuerungen in Safari betroffen. So verhindert eine neue Funktion das sogenannte „Fingerprinting“, bei dem ein digitaler Fingerabdruck des jeweiligen Gerätes erstellt wird. Dieser beinhaltet dann Merkmale wie die installierte Software, Herstellungsdatum des Gerätes oder die Größe des Bildschirms, anhand derer der Nutzer bzw. das Gerät eindeutig identifiziert werden kann. Safari gibt in diesem Zusammenhang künftig nur noch minimale Informationen an Webseiten weiter, die sich nicht auf einzelne Nutzer zurückführen lassen.