Gregor 20.07.2016 17:31 Uhr
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Spotify: 2017 an der Börse?

Plant der schwedische Musik-Streaming-Primus den Börsengang tatsächlich für die erste Jahreshälfte 2017? Angesichts der namhaften Konkurrenz – vor allem Apple Music, Amazon und Google Play Music – ist der Kapitalbedarf von Spotify recht groß. Schließlich gilt es, sich mit Exklusivdeals und innovativen Features vom Wettbewerb abzusetzen. Schließlich streamen alle Anbieter ungefähr den selben Katalog. Sich abzuheben schafft man nur mit spektakulären Exklusiv-Inhalten. Apple Music hat beispielsweise die Welttournee von Taylor Swift exklusiv an seine Kunden gestreamt, Herbert Grönemeyer gibt es ebenfalls nur bei Apple Music zu hören.

Spotify: Exklusivinhalte als Wettbewerbsvorteil

Doch das Produzieren solcher Inhalte kostet Geld, Exklusivität lassen sich die Künstler fürstlich bezahlen. Kein Wunder, dass Spotify schon in der Vergangenheit erhöhten Kapitalbedarf decken musste. Mehrfach wurden neue Investoren gesucht und auf diese Weise frisches Geld eingesammelt. Wie Bloomberg weiter berichtet hatte sich Spotify erst im März 2016 mit Wandelanleihen eine Milliarde US-Dollar besorgt. Andererseits mehren sich die Problemfelder. So tauchten erst vor kurzem Nutzerdaten im Netz auf, es wurde vermutet, dass Spotify einem Hack zum Opfer gefallen sei – schlecht fürs Image.

Apple will die Paywall

Apple hingegen versucht mit gezielter Lobbyarbeit, Spotify das Leben schwer machen. Zuletzt machte der iPhone-Hersteller mit einem Vorstoß von sich reden, der den Künstlern mehr Geld zusicherte. Ein kostenloses und werbefinanzierte Abo-Modell, wie es Spotify betreibt, wäre so nicht mehr lukrativ zu betreiben. Käme Apple mit der Initiative durch, könnten die Schweden sich vom werbefinanzierten Streaming verabschieden. Schlecht für den Streaming-Anbieter, gut für die Künstler. Beim neuen Vergütungssatz orientiert sich der kalifornische Hightech-Konzern an den Sätzen, die die Musikschaffenden erhalten, wenn Kunden ihr Album beim weltgrößten Online-Musikladen iTunes kaufen.

Schon früher propagierte Apple die so genannte Paywall, die kostenlose Streaming-Angebote der Vergangenheit angehören lassen würde. Ohne zu bezahlen sollten Kunden keine Musik mehr streamen können und so die Wertschätzung für Musik wieder steigen.