Sven 30.12.2015 14:51 Uhr
News von

9 Bewertungen
4,44 Sterne

Apple bezahlt Steuerschulden an Italien

Die italienische Regierung wirft Apple vor, Körperschaftssteuer aus 1,3 Milliarden Euro Gewinn hinterzogen zu haben. Die Niederlassung Apples in Italien soll das Geld über Irland versteuert haben. Apple Italien soll mit seinen 16 Apple Stores angeblich nur als „Beratungsfirma“ für die irische Dependance gearbeitet haben. Wie die italienische La Repubblica berichtet, geht das Verfahren auf eine Vereinbarung aus dem 1980er Jahren zurück, die einst noch Steve Jobs ausgehandelt haben soll. Mit dem Verfahren ist es Apple möglich, entgegen der italienischen Gesetze nur 2,5 Prozent Steuern auf Gewinne abzuführen.

Irland als Paradies für Steuervermeider

Irland ist hierbei kein Unbekannter: Apple schleust nahezu alle Gewinne in Europa durch das Paradies für Steuervermeider . So hat Apple dem italienischen Staat nun angeboten, die volle Summe von 318 Millionen Euro nachzuzahlen. Derzeit prüft die EU, ob die Vereinbarungen, die Irland mit vielen Firmen getroffen hat, rechtens sind. Denn die grüne Insel Irland verhandelte nicht nur alleine mit Apple individuelle Steuersätze. Auch andere internationale Unternehmen bekommen bereitwillig Sonderkonditionen. Kein Wunder, denn Irland greift zwar weniger Steuern ab, zieht diese aber von den anderen EU-Ländern (in diesem Fall Italien) ins eigene Land. Denn Unternehmen versuchen natürlich, die Umsätze in Irland zu tätigen und dort zum Sonderpreis zu versteuern.

Steuervermeidung ist „politischer Mist“

Wenn Italien trotz des Einlenkens von Apple nicht auf ein Verfahren gegen den iPhone-Hersteller verzichtet, dann könnten die Kalifornier gezwungen werden, entgangene Steuern aus den letzten 10 Jahren nachzubezahlen. Summieren würde sich die Schuld in diesem Falle auf satte 2,5 Milliarden Euro. Apple selbst beteuert, dass es jeden Dollar an Steuern bezahlen würde, den es schuldet. Konzernchef Tim Cook selbst nannte den Vorwurf der Steuervermeidung kürzlich denn auch „politischen Mist“. Apple hat den aktuellen Vorgang weiter nicht kommentiert.