DanielG 03.12.2015 13:37 Uhr
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App Store: Apple nachlässig beim Urheberschutz

In manchen Fällen nimmt es Apple in Sachen Urheberrecht wohl doch nicht so genau. Darauf lässt zumindest eine kürzlich von der Roanoke Times veröffentlichte Story schließen, wonach einem US-amerikanischen Webseiten-Betreiber Inhalte entwendet und in zahlungspflichtigen Apps eins zu eins weiterverarbeitet wurden. Apple hält währenddessen die Füße still.

Apps mit geklauten Inhalten im App Store

Dem Bericht der Roanoke Times (via 9to5mac) zufolge, ist es in letzter Zeit vermehrt zu Urheberrechtsverletzungen gekommen, wonach Webseiteninhalte von Entwicklern kopiert und in eigenen Apps bereitgestellt werden. Die Apps mit dem geklauten Content werden dann zum kostenpflichtigen Download angeboten, ohne dass der jeweilige Webseitenbetreiber etwas darüber weiß und somit um seine Beteiligung am Umsatz gebracht wird.

In diesem Zusammenhang berichtet die Zeitung über den Webseitenbetreiber Brian Raub, welcher mit seiner Website Lakelubbers.com Tips zu Urlauben an Seen in den USA anbietet. Bereits im April entdeckte Raub Inhalte seiner Website in einigen zahlungspflichtigen Apps im App Store. Die Inhalte der Apps seien exakte Kopien der Inhalte seiner Website befand Raub, nachdem er die Apps zunächst kaufen musste um die Urheberrechtsverletzung festzustellen. Insgesamt handelte es sich dabei um 11 Apps die seinen Content nutzten und daraus Kapital schlugen.

Apple nicht konsequent genug

Nach unzähligen E-Mails zwischen Raub und Apple über einen Zeitraum von drei Monaten, verbannte das Unternehmen die betroffenen Apps schließlich aus dem App Store. Seitdem sind 20 weitere Apps mit Inhalten von Lakelubbers.com aufgetaucht, was den Inhaber dazu veranlasste die Sache öffentlich zu machen. Auf eine erneute Beschwerde seitens Raub reagierte Apple erstaunlicherweise nicht, obwohl Urheberrechtsverletzungen im Vertrag zwischen Entwickler und Apple sehr wohl geregelt sind.

Zwar hat der Rechteinhaber die Möglichkeit gegen kriminelle Entwickler rechtlich vorzugehen, allerdings kostet dies unter Umständen eine Menge Geld. Viel einfacher wäre es für Betroffene, wenn sich Apple an die eigenen Richtlinien halten würde und die Apps und Entwickler-Accounts der Langfinger einfach sperren würde. Warum dies hier nicht geschehen ist, bleibt schleierhaft.