Sven 26.10.2015 6:17 Uhr
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Apple wird wegen WLAN Assist auf 5 Mio. verklagt

Ein neues Feature, das Apple mit iOS 9 eingeführt hatte,macht dem Hightech-Konzern nun Ärger. WLAN Assist ist eine Technik, die es erlaubt, bei einer schwachen WLAN-Verbindung auf das Mobilfunknetz zurückzugreifen und somit selbstständig die bessere Verbindung zu wählen. Natürlich werden dann die „verbrauchten“ Megabyte auf das Inklusivvolumen des eigenen Mobilfunkvertrags angerechnet. Das kann – je nach Vertrag – sogar Kosten verursachen. Und genau hier liegt sozusagen der Hase im Pfeffer. In einer Sammelklage in den USA behaupten zwei Kläger, dass Apple nicht ausreichend auf die Folgen von WLAN Assist hingewiesen hat.

Neues Feature WLAN Assist macht Ärger

Das gutgemeinte Feature ist standardmäßig aktiviert, jedes iPhone ab dem iPhone 5 nutzt es nach der Aktualisierung auf iOS 9. Obwohl Apple in einem Supportdokument darauf hingewiesen hat, wann WLAN Assist greift und wann es von sich aus deaktiviert bleibt, behaupten die Kläger, dass diese Maßnahme zu spät und schlicht unzureichend sei.

„Defendant’s above corrective action, however, still downplays the possible data overcharges a user could incur,(…). Reasonable and average consumers use their iPhones for streaming of music, videos, and running various applications — all of which can use significant data.“

„Die Maßnahmen des Angeklagten spielen die möglichen Extragebühren herunter, die einen Anwender erwarten können, (…). Vernünftige und durchschnittliche Anwender verwenden ihre iPhones für das Musikstreaming, Videos und verschiedene Apps – jede dieser Anwendungen kann signifikanten Datenverbrauch erzeugen.

– Auszug aus der Klageschrift

iOS 9 – Funktion: 5 Millionen US-Dollar Klage

Die Klage hat einen Streitwert von 5 Millionen US-Dollar. Ob hier wirklich so viele Extragebühren für das Überziehen des Inklusivvolumens zusammengekommen sind? Wie dem auch sei, solche Sammelklagen sind in den USA – anders als hierzulande – möglich. Es könnten sich durchaus noch viele weitere private Kläger finden, um Apple juristischen Ärger zu bereiten.

Derzeit ist schwierig vorherzusagen, wie die Sache ausgeht. Denn US-amerikanische Gerichte sind traditionell sehr auf Seiten der Konsumenten. Deswegen könnte es gut sein, dass Apple nicht ungeschoren davonkommt. Allerdings besteht immer die Möglichkeit eines Vergleichs, um die Kosten für den Prozess im Rahmen zu halten. Sprechen wir von Gebühren wegen zu viel Musikstreaming im UMTS- oder LTE-Netz, wird der Schaden vermutlich nicht so hoch sein, dass vor Gericht bis zur letzten Partrone gefochten wird.

Wie die Funktion am einfachsten deaktiviert wird, lest ihr in unserem Tipp zu WLAN Assist.