Sven 02.08.2015 11:10 Uhr
News von

3 Bewertungen
4,33 Sterne

Verhindert die Telekom in den USA die Mitarbeiterbestimmung?

Drastische Worte findet Hae-Lin Choi von der US-Gewerkschaft CWA (Communications Workers of America) für das Unternehmen T-Mobile US Inc, einer 100%-igen Tochter der Deutschen Telekom. „Beschäftigte bei T-Mobile werden häufig eingeschüchtert, abgemahnt oder sogar gefeuert, wenn sie die Gewerkschaft unterstützen,“. Zum Beweis der Vorwürfe wurde sogar ein spezieller Vorfall in einem spektakulären Video nachgestellt. Als Mitarbeiter sich vor einem Shop in New York City versammelten, um eine Art Betriebsrat zu gründen, wurde eine ranghohe Mitarbeiterin aus Deutschland eingeflogen, um persönlich mit den „Aufständischen“ zu verhandeln.

In stundenlangen, erzwungenen Meetings zerredete die HR-Mitarbeiterin das Vorhaben der US-Amerikaner. „Wir erwarten Besseres“, so lautet die Kampagne der CWA gegen die Telekom, in der sie die gewerkschaftsfeindlichen Bedingungen im Unternehmen anprangert. Unterstützung erhält die CWA neuerdings von der deutschen Gewerkschaft Verdi. Denn diese glaubt, in Deutschland ebenfalls etwas erreichen zu können. In einer Petition an den Deutschen Bundestag wird die Bundesregierung – immerhin größter Anteilseigner der Telekom – aufgefordert, die Rechte der Arbeitnehmer in den USA zu stärken.

Doch auch in den USA bläst der Telekom der Wind streng ins Gesicht. Im Frühjahr noch hat der Mobilfunkanbieter einen Rechtsstreit verloren und musste hinnehmen, dass einige Regelungen der Firma als rechtswidrig gelten. 11 von 13 Regelungen in den unternehmensinternen Verhaltensvorschriften von T-Mobile US widersprechen demnach geltendem Recht. Unter anderem wurde versucht, Mitarbeitern Gespräche mit Presse und Fernsehen zu untersagen, die die Arbeitsbedingungen zum Thema haben. Zum Urteil aus dem Frühjahr findet Hae-Lin Choi ebenfalls deutliche Worte:

„Nun haben wir es ganz offiziell: T-Mobile US ist ein Gesetzesbrecher.“

(Quelle: heise.de)