Sven 23.07.2015 6:53 Uhr
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FTC leitet Ermittlungen gegen Apple ein – wegen Spotify

Der neue Musikstreaming-Dienst Apple Music steht weiterhin unter keinem guten Stern: die US-amerikanische Handelsaufsicht (Federal Trade Commission, FTC) hat offenbar Ermittlungen gegen den iPhone-Hersteller eingeleitet. Auslöser sollen laut verschiedener Berichte die 30 Prozent sein, die Apple beim Abschluss eines In-App-Kaufes einstreicht. Denn auch wenn Anwender beispielsweise ein Spotify-Abo abschließen, kassiert Apple diesen Satz ein. Und genau deswegen initiiert der genannte (und von Goldman-Sachs unterstützte) Konkurrent auf dem Markt für Musikstreaming, Spotify, eine große Lobby-Aktion.

Denn um als ausländisches Unternehmen (Spotify stammt aus Schweden) die FTC zu einer Untersuchung gegen den amerikanischen Anbieter Apple zu bewegen, muss man schon eine Menge Aufwand treiben. Vermutlich ist nicht nur die „Apple-Steuer“ das Problem, sondern ein anderes Argument könnte die Wettbewerbshüter überzeugt haben, sich die Sache genauer anzusehen. Apple verfügt durch den App Store und iTunes über Millionen verifizierter und mit validen Zahlungsmitten ausgestatteter Kunden-Accounts. Durch Musikverkäufe sind die Vorlieben und Interessen der Kundschaft bestens bekannt. Spotify (App Store Link) muss sich diese Daten erst selber erarbeiten.

Das aktive Nutzen dieser Informationen könnten dafür sorgen, dass die Konkurrenz aufgrund der besseren Integration in das Apple-Ökosystem kein Bein mehr auf den Boden bekommt, zumindest nicht auf Mac, iPad und iPhone. Eine marktbeherrschende Stellung Apples wäre die Folge. Spotify könnte im Gegenzug die aktuelle Marktführerposition verlieren. Gezielte Lobbyarbeit, wie sie unter anderem Digital Music News beschreibt, ist dann nur logische Folge. Welche Auswirkungen die Untersuchungen haben werden, wird die Zeit zeigen. Möglicherweise ist es für Spotify aber ohnehin schon zu spät. Selbst wenn Apple von dessen Abogebühr keine 30 Prozent mehr einbehalten dürfte: Apple Music ist so tief in iOS integriert, dass es die Konkurrenz schlicht verdrängt.