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Periscope App im Test – Unkompliziertes Broadcasting von Twitter

Personal Video Broadcasting ist eine Trenderscheinung. Einfach das iPhone anschalten, filmen und direkt in die Welt hinaussenden, was man sieht oder im Selfie-Modus einfach mal loswerden wollte. Mit der App Periscope (App Store Link) hat Twitter eine eigene Anwendung für diese neuartige Form der Kommunikation entwickelt. Der Charme der Lösung liegt in ihrer Einfachheit. Man benötigt nur einen Twitter-Account und die kostenlose App – schon kann man los-senden. Sehen können die vielen Streams alle Anwender der App. Es gibt derzeit keine Möglichkeit, den Nutzerkreis einzuschränken. Allerdings kann man auch in Periscope seinen Twitter-Kontakten folgen.

Periscope – Demokratisches, ungefiltertes Broadcasting in toller App

Die Konsumenten des Video-Streams haben jederzeit die Möglichkeit, Kommentare an den Broadcaster zu schicken. Ob dieser darauf eingeht, bleibt ihm überlassen. Ein Tap auf das Display, und schon sendet man ein Herz. Dies soll symbolisieren, dass man das Gesehene ziemlich gut findet. Rechts unten befindet sich denn auch eine Anzeige mit der Zahl der aktuellen Zuseher. Auch deren Kommentare werden jeweils für rund eine Sekunde als Bubbles eingeblendet. Darunter finden sich natürlich auch die eine oder andere unfeine Bemerkung, wenn ein selbsternannter Videokünstler nicht den Massengeschmack trifft. Hier hat Twitter noch Arbeit vor sich, um den Videokonsum kindersicher zu gestalten. Ansonsten wird die App zu einer Lehr-Anwendung für Gossen-Englisch und Dirty Talk. Eine echte Herausforderung. Zensur möchte niemand, aber Beleidigungen sollten auch nicht an der Tagesordnung sein.

Einfach und schnell eigene Inhalte senden

Vergleicht man Periscope mit beispielsweise mit Googles Videoplattform Youtube, dann fällt sofort auf, dass erstere viel einfacher zu bedienen ist. Der Vorgang des Hochladens und Einreichens eines Video-Clips – bei YouTube Pflicht – entfällt völlig. Natürlich gibt es auch keine Überprüfung der eingereichten Inhalte auf GEMA-Verstöße oder Jugendschutzrichtlinien. Darüberhinaus sind die Akteure sofort, ungefiltert und live auf Sendung, was nicht immer ein Vorteil ist.

Die Bildqualität der Videostreams hängt natürlich vom verwendeten Smartphone ab. Wird ein aktuelles iPhone 6 verwendet, ist der Stream gestochen scharf. Nur wenige Artefakte, die der Bildkompression geschuldet sind, stören den Stream. Ab und ab hatte allerdings der Dienst komplett mit Aussetzern zu kämpfen. Offenbar hat Twitter noch nicht das richtige Maß an Sendeleistung gefunden. Bei einer App mit Versionsstand 1.1 aber auch gar kein Problem. Twitter wird die Probleme sicher in den Griff bekommen.

Apropos Sendeleistung: Etwas schwieriger wird die Sache natürlich, wenn man nicht im heimischen WLAN unterwegs ist, sondern draußen mit einer eher unterdurchschnittlichen Mobilfunkverbindung kämpft. Dann versucht Periscope natürlich, das Videomaterial so weit zu komprimieren, dass es sich noch versenden lässt. Aber spätestens, wenn man keine UMTS-Versorgung mehr hat, reißt der Stream ab.

Die App selbst reagiert flott und lässt sich einfach bedienen. Mission erfüllt.

Fazit – Einfaches broadcasten, schwankende Qualität

Spannend ist es, den vielen verschiedenen Usern dabei zuzusehen, wie sie sich selber promoten und in Szene setzen. Die Qualität schwankt dabei jedoch ziemlich stark. Letztlich ist das aber die „Schuld“ der Produzenten, nicht die der App. Die Anwendung selbst ist eine der besten, die in den letzten Monaten veröffentlicht wurde. Das Design der App ist hervorragend, minimallsitisch und perfekt auf das Design von iOS 7 und iOS 8 abgestimmt. Periscope ist einfach zu bedienen und in wenigen Minuten kommt man zum eigenen Video-Stream. Wir können Periscope empfehlen, wenn man sich auf das spannende Experiment einlassen möchte. Denn viel mehr ist die Idee des Personal Broadcasting aktuell noch nicht. Da die App ohnehin kostenlos ist, kann man den Spaß ruhig mal mitmachen.

Periscope
Preis: Kostenlos+