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Sven 13.10.2014 6:17 Uhr
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Privatsphären-Leck bei WhatsApp – Forscher erzeugen Aktivitätsprofile

Privatsphären-Leck bei WhatsApp - Forscher erzeugen Aktivitätsprofile

Umstrittener Messenger: WhatsApp

Der beliebte Messenger WhatsApp steht auf vielen Firmen-iPhones ganz oben auf der Liste der verbotenen Apps. Der Grund ist ein diffuses Misstrauen gegenüber der Kommunikationssoftware. Auch der Kauf von WhatsApp durch Facebook hat eine Nutzerreaktion ausgelöst, die nicht unbedingt als positiv beschrieben werden kann. Dass der Messenger jedoch wirklich das Erstellen kompletter  Nutzerprofile ermöglicht, hätten viele nicht erwartet. Forschern der Universität Ulm ist es in einer Studie (PDF-Datei) gelungen, anhand der Kommunikation zwischen App und WhatsApp-Servern die Statusänderungen von Nutzern einer Versuchsgruppe über einen Monat mitzuschneiden. Das meldet das Blog ulm-news.de.

Besser löschen? WhatsApp mit Sicherheitsmängeln

Dabei sind vor allem die „Zuletzt Online“ und „Schreibt“ Status für derlei Auswertungen interessant. Mithilfe eines Man-in-the-Middle-Szenarios (dabei werden die Nutzdaten über einen eigenen Server geleitet und gespeichert, bevor sie an WhatsApp weitergegeben werden) konnten umfangreiche  Datensätze gesammelt werden. Aus diesen kann nicht nur abgelesen werden, wann ein Nutzer zu Bett geht oder die App nutzt, obwohl er es nicht sollte (Schule oder Arbeitsplatz), sondern gleichzeitig ist es möglich, Nutzergruppen und deren Kommunikationsmuster zu entschlüsseln. Freundschaften, Bekanntschaften und gleichzeitig besuchte Events? Dank der WhatsApp-Daten kein Geheimnis mehr. Die Forscher erhielten über den Studienzeitraum über 27000 Datensätze, die sie systematisch auswerteten.

Das Fazit der Studie: Sollte es gelingen, die WhatsApp-Daten dank immer wieder veröffentlichter Sicherheitslücken mitzuschneiden, dann wäre die Privatsphäre der Nutzer in ernster Gefahr. Arbeitgeber, Einbrecher oder Geheimdienste könnten ein Interesse daran haben, Kommunikations- und Verhaltensmuster aufzuzeichnen und mitzuschneiden.

Meinung: Löschen! WhatsApp ist wegen mangelnder Verschlüsselung und schlimmen Implementierungsfehlern einfach nicht mehr zeitgemäß. Es gibt weit verbreitete Alternativen, die man günstig bekommen kann. Threema ist so eine Alternative.