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Sven 08.10.2014 9:11 Uhr
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Hat Apple den Saphirglashersteller GT Advanced auf dem Gewissen?

Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge könnte eine von Apple zurückgehaltene Zahlung an GT Advanced Technologies in Höhe von 139 Millionen US-Dollar die Pleite des Saphirglasherstellers beschleunigt haben. Die Zahlungsunfähigkeit gemeldet hatte GT Advanced bereits am 6. Oktober, das Unternehmen beruft sich auf den Gläubigerschutz nach „Chapter 11“ des amerikanischen Insolvenzrechts. Demzufolge kann GT Advanced den Geschäftsbetrieb unter Auflagen fortführen.

Ungefährdet: Produktion der Apple Watch. Quelle: Apple

Warum Apple die Überweisung von fast 140 Millionen Dollar zurück hielt, ist unklar. Insider vermuten jedoch, dass es an der mangelhaften Ausbeute der Schmelzöfen gelegen haben muss. Wäre hier eine bessere Rate erzeilt worden, würde das iPhone 6 vermutlich eine Saphirglasoberfläche haben. Statt dessen ziert auch das neue Topmodell herkömmliches Gorilla Glass von Corning. Interessant ist, dass der CEO von GT Advanced, Thomas Gutierrez, einen großen Teil seiner Aktienanteile einen Tag vor Präsentation des neuen iPhones verkauft hat. Offenbar wusste er da schon, dass das neue Smartphone keine Oberfläche mit „seinem“ Material erhalten würde. 160.000 Dollar hat Gutierrez mit seinem Aktiendeal verdient. Ob es sich dabei um einen Fall von Insiderhandel handelt, müssen die Aufsichtsbehörden klären.

Auf die Produktion der Apple Watch soll die Pleite von GT Advanced allerdings keine Auswirkungen haben. Das berichten mehrere Blogs und Newsseiten.

Meinung: Ein bisschen streng riecht der Deal von Gutierrez schon. Auf der anderen Seite muss man sich schon überlegen, ob es 160.000 Dollar wert sind. Schließlich ist der CEO von GT Advanced sicher auch so finanziell bestens abgesichert. Da ist diese Summe eigentlich keine, für die man im Zweifel eine Strafe kassieren will.