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Diana 08.05.2017 8:26 Uhr
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Qualcomm und Apple: Der Rechtsstreit geht in die nächste Runde

Apple verklagte vor Kurzem seinen ehemals guten Partner, den US-Chiphersteller Qualcomm. Nachdem der iPhone-Konzern Qualcomm mehrfach angeklagt hatte, hat der Chipproduzent nun eine Gegenklage eingereicht. Bei dem Rechtsstreit geht es um Lizenzzahlungen und Patentstreitigkeiten zwischen den beiden Unternehmen.

Ring frei für Qualcomm versus Apple

Der Ursprung der Schlammschlacht sind Patentstreitigkeiten. Der Funkchip-Hersteller Qualcomm verfügt über wichtige Patente im Bereich des Mobilfunks wie die Modemtechnik, sodass der US-Konzern an jedem verkauften Smartphone und demnach auch an jedem verkauften iPhone mit verdient. Die Höhe dieser Lizenzgebühren für die Nutzung der Technologien ist laut Apple unverhältnismäßig im Vergleich zu anderen Patentinhabern im Mobilfunkbereich und hält daher die Lizenzzahlungen zurück.

Qualcomm widerspricht Apple und ist der Meinung, dass die Verträge, die Apple plötzlich als inakzeptabel ansieht, bereits seit zehn Jahren in dieser Form gelten. Daneben ist die Grundlage dieser Lizenzierung das sogenannte FRAND-System („Fair, Reasonable, And Non-Discriminatory terms“). Das System dient dazu, dass einerseits Patentinhaber wie Qualcomm angemessen bezahlt werden. Andererseits sollen die Technologien der Allgemeinheit zu fairen Preisen zur Verfügung stehen.

Dennoch verklagte der iPhone-Hersteller Qualcomm Anfang des Jahres wegen zu unrechtmäßig geforderten Lizenzgebühren auf die Rückzahlung in Höhe von 1 Milliarde Dollar und setzte andere Unternehmen unter Druck, die in letzter Zeit Lizenzverträge mit Qualcomm eingegangen sind, die Zahlungen ebenfalls zurückzuhalten. Daher hat Qualcomm nun eine Gegenklage eingereicht. Zudem unterstellt der Chipproduzent Apple, den neuen LTE-Chip von Qualcomm im iPhone 7 künstlich verlangsamt zu haben, damit die Unterschiede zu Intels LTE-Chip nicht so stark erkennbar sind.

Die Folgen des Rechtsstreits sind für Qualcomm in wirtschaftlicher Hinsicht enorm: Das Unternehmen hat seine Gewinnerwartungen für das dritte Quartal 2017 um 7 Prozent nach unten korrigiert und auch der Börsenkurs der Qualcomm-Aktie leidet unter dem Streit mit Apple. Dabei ist der Chip-Hersteller nicht das einzige Unternehmen, dass sich Rechtsstreitigkeiten mit Apple liefert: Der Schweizer Uhrenhersteller Swatch und das chinesische Karten-Unternehmen Pear Technologies sind kürzlich von Apple wegen Markenrechtsverletzungen angeklagt worden.

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