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Sven 11.04.2014 13:15 Uhr
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Über Dropbox tobt der Shitstorm

Ausdruck des Protestes „Lasst Dropbox fallen“. Quelle: drop-dropbox.com

Die Ernennung von Condoleezza Rice in den Aufsichtsrat erzürnt vor allem amerikanische Nutzer des Datenspeichers Dropbox. Dr. Rice war nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in der Bush-Administration dafür verantwortlich, dass viele Gesetze erlassen wurden, die den Datenschutz einschränkten. Terrorbekämpfung war die Triebfeder und Begründung für viele Maßnahmen, die viele Bürgerrechtler in den USA für eine übermäßige Beschneidung der Freiheit halten. Außerdem wird ihr vorgeworfen, den Irak-Krieg aktiv vorangetrieben und die dortigen Folter-Programme unterstützt zu haben.

„Condi“ von ihrer besten Seite. Quelle: Wikipedia

Im Forum von Dropbox gibt es mehrere Threads, die sich zu dem Thema auslassen. Teils hitzige Diskussionen in nicht immer zitierfähigem Ton toben dort. Eine eigene Webseite www.drop-dropbox.com fordert die Nutzer zum Boykott auf und begründet diesen Aufruf ausführlich. Alternativen zu Dropbox gibt es eine Menge. So bieten Amazon, Sugarsync und Microsoft kostenlosen Speicherplatz in der Cloud und entsprechende Clients für Mac, PC und iOS an.

Im Prinzip funktionieren alle genannten Cloud-Speicherdienste ähnlich: Auf dem Mac oder PC wird eine Software installiert, die ausgewählte Verzeichnisse auf allen Geräten synchron hält. Der Zugriff auf die Dateien auf dem iPhone erfolgt über kostenlose Apps, die mehr oder weniger gut mit anderen Anwendungen integrieren. Und hier liegt eben der große Vorteil des heftig kritisierten Dropbox: Viele Fremd-Apps nutzen die Schnittstelle des Anbieters und bieten so synchronisierten Zugriff auf die Dokumente. Prominente Beispiele sind Wunderlist oder 1Password, die Anwendungsdaten auf diese Weise auf verschiedenen Geräten aktuell halten.