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Sven 02.03.2017 14:45 Uhr
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Netflix: Bessere Bildqualität bei lahmen Verbindungen

Auf dem Mobile World Congress (MWC) hat Netflix eine neue Technik vorgestellt, mit der der Video-Streaming-Anbieter Netflix die Bildqualität auch bei gedrosselter Mobilfunkverbindung deutlich anheben soll. Möglich machen soll das eine auf künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Berechnung, die Szene für Szene optimiert. So soll der Videostream deutlich schlanker sein und dennoch bessere Bildqualität liefern. Die Datenrate des Videostroms soll beim neuen Verfahren – Netflix nennt es Dynamic Optimizer – flexibel reagieren. Das bedeutet, dass Szenen, die schlecht komprimierbar sind, etwas mehr Daten „verbrauchen“. Ruhige Szenen mit wenigen wechselnden Bildinhalten sorgen dafür, dass der Datenstrom stark ausgedünnt wird.

Netflix: Ein Herz für Mobilfunkkunden

Netflix möchte die Videoinhalte eines Films oder einer Serienfolge in Paketen an das Endgerät ausliefern. Diese Pakete haben dann in etwas dieselbe Größe, enthalten aber unterschiedlich lange Schnipsel des Inhaltes. Auf dem Gerät des Anwenders setzt die Netflix-App die einzelnen Päckchen dann wieder zu einem kompletten Film zusammen. Das verwendete Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit der University of Southern California und der Universität Nantes entwickelt. Getestet haben es viele Freiwillige, die sich schier endlose Serien an Screenshots angesehen und die gezeigte Bildqualität bewertet haben. Mit diesen Ergebnissen wurde die verwendete KI weiter trainiert und verbessert.

All diese Maßnahmen sollen künftig verhindern, dass auch bei einer schwachen oder gedrosselten Verbindung ständiges Puffern den Videogenuss unnötig oft unterbricht.

„We’re allergic to rebuffering.“ – Todd Yellin, Vice President of Innovation bei Netflix

Direkte Bildvergleiche zeigen den auch den Vorteil des Verfahrens. Ist die dynamische Optimierung von Netflix deaktiviert, wirken Videos stark pixelig. Die Schärfe des Videomaterials wird dank Dynamic Optimizer deutlich angehoben und die benötige Datenmenge dennoch gesenkt. Wann Netflix die neue Technik flächendeckend ausrollt, ist derzeit noch offen. Einen Termin nannte keiner der Verantwortlichen beim Videostreamer.

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