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Christoph 22.02.2017 15:53 Uhr
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EU-Roaming-Gebühren Änderungen 2017 – Das müsst ihr wissen

Wenn Ihr euer iPhone mit in den Urlaub nehmt, wollt Ihr hin und wieder mal einen Anruf tätigen, eine SMS verschicken oder das mobile Internet auf dem Smartphone nutzen. Solange Ihr euch dabei innerhalb der Grenzen eures Wohnsitzlandes bewegt, ist das natürlich ohne zusätzliche Kosten möglich. Sobald Ihr für eure Reise jedoch die Landesgrenze überschreitet, kommen seit jeher Roaming-Gebühren ins Spiel, welche zusätzlich für die Nutzung eines ausländischen Mobilfunknetzes anfallen. Nach Jahren zäher Verhandlungen hat das EU-Parlament nun die Abschaffung der Zusatzkosten für die Handynutzung im EU-Ausland beschlossen und dadurch die Nutzung von Mobilfunkgeräten im Ausland deutlich erleichtert.

Inhaltsverzeichnis

Roaming – wie war das nochmal?

Roaming bedeutet, dass euer iPhone nicht mehr auf euer Heimatnetzwerk, sondern das Netz eines ausländischen Mobilfunkanbieters zugreift. Sobald Ihr das Netz eines ausländischen Netzbetreibers nutzt, entstehen Roaming-Gebühren, welche auf die Verbindungskosten zurückzuführen sind, die der ausländische Netzanbieter mit dem heimischen Anbieter abrechnet. Die Kosten für die Fremdnetznutzung werden anschließend von eurem Mobilfunkanbieter auf den Inlandstarif draufgeschlagen. Zahlen müsst Ihr dabei sowohl für selbstgetätigte Anrufe als auch für eingehende Anrufe.

Aktuelle Roaming-Preise in der EU

Derzeit schlägt das Roaming innerhalb der EU noch mit Zusatzkosten von maximal 0,05 Cent für ausgehende und 0,0114 Cent für eingehende Anrufe zu Buche. Auch für die Nutzung des mobilen Internets auf dem Smartphone fallen im Rahmen des Daten-Roamings Gebühren an. Da sich die Internetflatrates der meisten Tarife nur auf den deutschen Raum beschränken, kann die Nutzung ausländischer Mobilfunknetze dadurch zum Problem werden. Im Ausland zahlt man nämlich pro verbrauchtem Megabyte, sodass bereits in kurzer Zeit sehr hohe Kosten anfallen können. Auch hier belaufen sich die Roaming-Gebühren im europäischen Ausland derzeit noch auf maximal 0,05 Cent pro verbrauchtem MB. Ebenso fallen beim Versand von SMS-Nachrichten Gebühren an, die unter Umständen nicht unerhebliche Dimensionen annehmen können. Diese belaufen sich momentan auf maximal 0,02 Cent pro verschickter SMS.

Handynutzung im EU-Ausland – Keine Zusatzkosten mehr

Für EU-Bürger wird sich dies jedoch ab dem 15. Juni 2017 grundlegend ändern, denn ab diesem Zeitpunkt gehören die Roaming-Gebühren innerhalb der EU auf Geheiß des Europäischen Parlaments endgültig der Vergangenheit an. Nachdem die Gebühren im europäischen Ausland über die Jahre hinweg sukzessiv gesenkt wurden, fallen die Kosten künftig gänzlich weg. Somit könnt Ihr EU-weit zum Inlandstarif telefonieren, SMS verschicken und im Internet surfen, ohne draufzahlen zu müssen. Das Hinzubuchen von Auslandstarifen zum bestehenden Tarif sowie Auslandskontingente als Bestandteil von Handyverträgen verlieren damit – zumindest bei Reisen innerhalb der EU – in Zukunft an Bedeutung.

Keine dauerhafte Nutzung ausländischer Tarife

Um zu verhindern, dass Mobilfunknutzer Verträge bei günstigeren ausländischen Anbietern abschließen, um diese im Heimatland zu nutzen und Kosten zu sparen, haben sich die EU-Organe auch etwas einfallen lassen. War zunächst noch eine Obergrenze für die zusatzkostenfreie Mobilfunk- und Internetnutzung von 90 Tagen pro Jahr vorgesehen, ist die Einschränkung nun einer Regelung gewichen, wonach die Anbieter für die missbräuchliche und dauerhafte Nutzung von SIM-Karten im Ausland zusätzliche Entgelte in Rechnung stellen dürfen. Ein sogenanntes „Permanent Roaming“, soll somit nicht möglich sein.

Roaming im Nicht-EU-Ausland – Vorsicht vor der Kostenfalle

Trotz der Euphorie um die abgeschafften Roaming-Gebühren, sollte jedoch eines nicht vergessen werden: Wenn Ihr in Nicht-EU-Länder einreist und euer iPhone bzw. Handy nutzen möchten, ist besondere Vorsicht geboten, denn dort sind die Preise für die Gesprächsminuten und Megabyte nicht durch die Roaming-Verordnung der EU gedeckelt. So könnt Ihr gerade in Ländern außerhalb der EU in eine regelrechte Kostenfalle tappen. Daher ist es angebracht sich im Vorfeld über die landesspezifischen Roaming-Gebühren bei seinem Anbieter zu informieren. Dennoch ist das Datenvolumen, dass Ihr unterwegs herunterladen könnt, im Wert weltweit auf 50 Euro begrenzt, vorausgesetzt es wurde keine andere Vereinbarung mit dem Betreiber getroffen. So lässt sich der finanzielle Schaden im schlimmsten Fall zumindest einschränken.

Prepaid-Karten & Auslandspakete nutzen

Alternativ macht es Sinn eine ausländische Prepaid-Karte für das mobile Surfvergnügen zu verwenden, denn so zahlt Ihr pro verbrauchtem Megabyte nur wenige Cent, wohingegen bei Nutzung der deutschen Handykarte für das gleiche Surfvolumen schnell mehrere Euros anfallen. Daher sind hinzubuchbare Auslandspakete oder eine SIM-Karte eines einheimischen Anbieters bei Auslandsreisen jenseits der EU nach wie vor zu empfehlen.

Wer eine Reise ins europäische Ausland vor der Abschaffung der EU-Roaming-Gebühren im Sommer plant, kann für diese Zeit auch eine günstige Prepaid-Karte mit inkludiertem EU-Roaming nutzen. Derzeit bietet der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter Vodafone mit dem „CallYa Smartphone Special“-Tarif eine Prepaid-Karte mit 1 GB Datenvolumen und 200 Inklusiv-Einheiten für Telefonate und SMS zum Preis von 9,99 Euro an. So kann man EU-weit ohne Zusatzkosten im Internet surfen, SMS verschicken und telefonieren – ganz ohne Vertragsbindung.

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