Suche
Sven 30.12.2016 9:34 Uhr
News von

9 Bewertungen
4,67 Sterne

Produziert Apple bald in Indien?

Apple will weiterhin in dem aufstrebenden Markt Fuß fassen. Daher denken die Top-Manager beim iPhone-Konzern laut darüber nach, Produktionsstandorte in Indien zu etablieren. Schon in der Vergangenheit gab es Bestrebungen, beispielsweise eigene Apple Stores im Schwellenland zu eröffnen. Ein App-Entwicklungszentrum haben die Kalifornier bereits eingerichtet. Auch die Zulieferer Apples, allen voran Foxconn, verfügen bereits über Standorte im Land des Bollywood-Kinos. Doch eigene Gesetze und Handelsvorschriften erschweren den Marktzugang. Diesen Zugang möchte sich Apple nun mit einer eigenen Fertigung in Indien verschaffen.

Jobangebote auf der Apple-Website lassen vermuten, dass das Vorhaben ab April 2017 in die Tat umgesetzt wird. Gesucht werden eine Menge Leute, die einen Standort vor Ort betreiben sollen. Für Indien sind derzeit 35 offene Stellen ausgeschrieben.

Ein Produktionsstandort in Indien hätte für Apple mehrere Vorteile.

1. Wegfall der Importzölle

Aktuell muss Apple einen Einfuhrzoll in Höhe von 12,5 Prozent bezahlen, der die Artikel des Mac-Produzenten stark verteuert. Deswegen sind Apple-Produkte im Vergleich zu indischen Smartphone-Angeboten oder billigen Android-Importen nochmals teurer. Da das monatliche Durchschnittseinkommen in Indien mit dem in Mitteleuropa nicht zu vergleichen ist – rein rechnerisch liegt es bei gerade 1000 Euro pro Jahr – tut sich Apple mit dem Absatz seiner Edel-Smartphones schwer.

2. Apple Stores erlaubt

Die indischen Gesetze erlauben eigene Hardware-Shops erst dann, wenn ein Gutteil der dort angebotenen Produkte aus heimischer Produktion stammen. Der Anteil der im Inland produzierten Geräte muss bei mindestens 30 Prozent liegen. Derzeit kann Apple die geforderte Quote bei Weitem nicht erreichen, was ein flächendeckendes Filialnetz in der aufstrebenden Ökonomie verhindert. Nur mit einer Vor-Ort-Präsenz könnte Apple aber eine ähnliche Kundenbindung und -zufriedenheit wie in den Industrieländern erreichen. Schließlich ist es ein toller Service, mit einem defekten Gerät in den nächstgelegenen Apple Store gehen zu können und dort Hilfe zu bekommen.

3. Zugriff auf Entwicklerressourcen

Indien ist ohne Zweifel für viele IT-Unternehmen die „verlängerte Werkbank“. Microsoft, SAP, Google und andere Branchengrößen nutzen die hohe IT-Kompetenz junger indischer Mitarbeiter. Natürlich sucht auch Apple immer nach fähigen Entwicklern, die die eigenen Produkte pflegen und weiterhin verbessern. Wäre Apple in Indien präsenter, würde die Firma sicher als noch attraktiverer Arbeitgeber in der Region zählen. Somit könnten sich die Kalifornier über noch mehr Bewerber und direkten Zugriff auf einen attraktiven Stellenmarkt freuen.

Wie sich Apples Engagement in Indien weiter entwickelt, bleibt spannend. Schließlich haben Tim Cook und seine Mitarbeiter ein hohes Interesse daran, in dem Markt weiter Fuß zu fassen. Denn Indien gilt als der künftige Boom-Markt für Smartphone-Hersteller.

Auch interessant