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Sven 01.03.2014 20:31 Uhr
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Das iPhone als Beweismittel – Der Fall Pistorius

Was im sonntäglichen „Tatort“ den Kommissaren und deren Technikern so mühelos gelingt, ist in Wirklichkeit offensichtlich eine große Hürde für die Ermittlungsbehörden: Das Knacken eines iPhones gestaltet sich zumindest für südafrikanische Polizisten schwerer als erwartet. Objekt der Begierde sind die Daten auf dem iPhone 5 des Paralympics-Teilnehmers Oscar Pistorius. Im Alter von 11 Monaten wurden dem jungen Pistorius beide Wadenbeine amputiert, da diese durch eine Fehlbildung nicht vollständig ausgewachsen waren. Dem „Blade Runner“ wird vorgeworfen, seine unbewaffnete Freundin absichtlich erschossen zu haben. Er hingegen beteuert, diese für einen Einbrecher gehalten und deswegen abgedrückt zu haben. Die Ermittler erhoffen sich Aufschlüsse zu bekommen, in dem sie die Kommunikationsdaten auf dem iPhone des Sportlers analysieren. Besonders interessant dürften SMS und Emails sein.

Oscar Pistorius, Quelle: wikipedia.de

Obwohl Pistorius das Gerät „nur“ mit dem kurzen, vierstelligen Passcode sichert, gelang es den südafrikanischen Behörden bislang nicht, in das Telefon einzubrechen. Dabei soll nun Apple helfen. Das zumindest berichtet die International Business Times. So sollen laut dem Bericht afrikanische Polizisten nach Cupertino gereist sein, um sich direkt vor Ort Unterstützung zu holen. Ob es technisch überhaupt möglich ist, in ein gesperrtes iPhone zu sehen, ist fraglich. Denn iPhones verschlüsseln sämtliche Daten mithilfe des (auch kurzen) Passcodes. Selbst wenn Apple die theoretische Möglichkeit zur dieses Sperrcodes eingebaut hätte, würde die Firma aus Cupertino es riskieren, ihren guten Ruf zu verlieren? Schließlich bewiese dieser Vorgang, dass iOS Backdoors und Schwachstellen in der Verschlüsselung möglicherweise absichtlich implementiert hätte. Nach den letzten Sicherheitsproblemen und der daraus resultierenden schlechten Schlagzeilen werden die Südafrikaner vermutlich unverrichteter Dinge abziehen müssen.

Und vielleicht ein offizielles Amtshilfegesuch beim FBI stellen. Dass das allerdings bis zur Deadline am Mittwoch noch klappt, ist unwahrscheinlich. Und der Verdächtige könnte unbehelligt davon kommen. Eben wie in manchem „Tatort“.