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Christoph 26.12.2015 12:21 Uhr
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Netzüberwachung in UK: Apple kritisiert Gesetzesvorhaben

Das britische Parlament beabsichtigt im Februar 2016 ein Gesetz zu verabschieden, dass die Ermittlungsbefugnisse der Behörden in Sachen Netzüberwachung ausweiten soll. Der sogenannte Investigatory Powers Bill würde Hersteller von Mobiltelefonen dazu zwingen Hintertüren in ihren Systemen einzubauen, um den Strafverfolgungsbehörden die Analyse der Kommunikation zu ermöglichen. Ganz zum Leidwesen von Apple, denn das Unternehmen spricht sich seit jeher offen gegen ein Verschlüsselungsverbot aus und sieht die Sicherheit der Nutzer in Gefahr, sollte das Gesetz so in Kraft treten.

Apple hat am Montag öffentlich zum Gesetzesvorhaben des britischen Parlaments Stellung genommen und diesbezüglich seine Bedenken geäußert, wie die BBC berichtet. Das neue Gesetz würde Apple und andere Hersteller dazu verpflichten eine Hintertür in der Verschlüsselung einzubauen, was in Apples Augen eine erhebliche Gefahr für das System darstellt.

Auch die „bösen Jungs“ würden profitieren

Das Unternehmen aus Cupertino setzt beispielsweise bei iMessage und FaceTime auf eine sogenannte End-to-End-Verschlüsselung, was es selbst für Apple unmöglich macht auf die Kommunikation der User zuzugreifen. Der iPhone-Hersteller fürchte die Sicherheitslücke könnte abseits der Verbrechensbekämpfung auch Kriminellen zugutekommen, was ein erhebliches Risiko für die Nutzer darstellt. Apple führt in der schriftlichen Stellungnahme einen Vergleich an, der das Dilemma gut wiedergibt: Versteckt man einen Schlüssel unter der Fußmatte finden diesen nicht nur die guten Jungs, sondern auch die Bösen.

In einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Interview mit Tim Cook, hatte sich der Apple-Chef abermals gegen ein Verschlüsselungsverbot ausgesprochen. Demnach müsse man erreichen die Sicherheit und die Privatsphäre der Nutzer gleichermaßen zu schützen. Es bleibt abzuwarten, ob das Gesetz tatsächlich so in Kraft treten wird. Zwar ist es durchaus nachvollziehbar, was die brititsche Regierung mit diesem Schritt erreichen möchte, allerdings heiligt der Zweck nicht immer die Mittel. Es bleibt die Frage, ob es legitim ist die Verbrechensbekämpfung über den Schutz der Daten und die Privatsphäre der eigenen Bürger zu stellen.