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Sven 05.08.2015 16:42 Uhr
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Telekom klemmt MMS-Versand ab – wegen Lücke in Android

Ausgerechnet eine Schwachstelle in Googles Android-Betriebssystem ist dafür verantwortlich, dass die Deutsche Telekom heute in Sachen MMS den Stecker zieht. Denn über verschickte Multimedia-Nachrichten können Smartphones mit dem unsicheren Betriebssystem in Mitleidenschaft gezogen werden. Berichte melden außerdem, dass einzelne Smartphones völlig unbenutzbar wurden. Das Problem liegt in einer verwundbaren Schnittstelle, die für die Wiedergabe von Multimedia-Inhalten zuständig ist. Die so genannte Stagefright-Lücke klafft in nahezu allen Versionen ab Version 2.2 des Betriebssystems. Zum Schutz der eigenen Kunden hat die Deutsche Telekom MMS vorübergehend deaktiviert.

Wie lange der Dienst Pause machen muss ist offen. Es könnte allerdings eine ganze Weile dauern, bis die Smartphone-Hersteller einen von Google noch zu liefernden Patch auf die eigenen Geräte implementieren und diese dann updaten. Derzeit ist noch keine Lösung in Sicht. Aufgrund der von Apple völlig verschiedenen, dezentralen Organisation des Mobil-OS sind die Hardware-Hersteller und nicht der Entwickler des Systems für Patches und deren Rollout zuständig. In diesem Fall ein echtes Ärgernis. Denn schon die nächste MMS könnte das eigene Android-Smartphone zu einem nutzlosen Briefbeschwerer machen.

An Alternativen zu MMS fehlt es natürlich nicht. Über iMessage, WhatsApp, Threema, Facebook Messenger und andere Instant Messenger kann man jederzeit Bilder, Videos und Töne verschicken. Auch solche, die Android-Telefone angreifen. Denn die Quelle und die Übertragungsart des Schadcodes ist zunächst egal.