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Sven 22.06.2015 9:48 Uhr
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Kein FaceTime auf der nächsten Apple Watch

Entgegen früherer Gerüchte, die im Internet kursieren, ist nicht davon auszugehen, dass die Video-Telefonie-Lösung FaceTime auf eine zukünftige Version von Apples Computeruhr Apple Watch gelangt. Einem ausführlichen Bericht zufolge, macht FaceTime auf dem Gadget schlicht keinen Sinn. Denn die Vorderseite der Watch ist komplett dem Display vorbehalten. Wer hier eine Kamera (die für FaceTime unerlässlich ist) einbauen wollte, würde das komplette Design-Paradigma einer Uhr über den Haufen werfen müssen. Dass das weder Apples Chefdesigner Jony Ive noch sein Team vorhaben, scheint ein offenes Geheimnis.

Doch auch technische Aspekte sprechen gegen den Einsatz. So enthält die Watch einen Prozessor (S1 genannt), der seine Fähigkeiten vom im iPhone 4S verbauten A6-Chip entlehnt hat. Der A6 verstand sich zwar auf FaceTime, allerdings nicht in der heute verwendeten Auflösung und Qualität. Der S1 wäre also das limitierende Element für eine solche Anbindung. Zumal ein Videotelefonat eine Menge Energie kosten würde. Der kontinuierliche Datenstrom und das permanent angeschaltete Display der Uhr würden den kleinen Akku im Handumdrehen leersaugen.

Als dritten und letzten limitierenden Faktor hat der Bericht die soziale Akzeptanz ausgemacht, die einer Kamera in der Uhr schlicht fehlt. Was in Geheimdienst-Filmen fast schon zum guten Ton gehört, könnte in der freien Wildbahn des Alltags schnell zu einem Spißrutenlauf werden: das heimliche Filmen seiner Umgebung und Menschen. Einschlägige Erlebnisse mit den Ängsten der Menschen hatten die frühen Tester des unselig zu Grabe getragenen Google Glass in der ersten Version. Anfeindungen und Handgreiflichkeiten zeigten, dass die Menschen schlicht Angst haben vor unentdeckter und permanenter optischer Überwachung durch Wearables. Google arbeitet an einer neuen Variante der Computerbrille. Ob dieser breite Akzeptanz zuteil wird, darf bezweifelt werden.

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