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Melanie 06.02.2015 10:58 Uhr
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Live-Streamingdienst „YouNow“ nicht bedenkenlos nutzen

Mit der neuen App „YouNow“ kann scheinbar jeder kinderleicht im Internet zum Star werden. Über die Online-Plattform werden Videos per Livestream ins Internet übertragen. Jeder, der möchte, kann das Video dann anschauen, kommentieren und so mit dem Darsteller kommunizieren.

„YouNow“ ist einfach, kostenlos und schnell

Das Einzige, was User benötigen, um sich auf „YouNow“ zu präsentieren, ist eine Webcam beziehungsweise eine spezielle App für das Smartphone. Das funktioniert einfach, kostenlos und schnell. Die Anmeldung, um Videos ins Internet zu stellen, erfolgt wahlweise über Google+, Twitter oder Facebook. Wer nur zusehen möchte, braucht sich dafür überhaupt nicht anzumelden.

Kein Wunder, dass die App immer beliebter wird und zunehmend mehr Menschen die Möglichkeit nutzen, auf diese Weise ein großes Publikum zu erreichen.

Doch Vorsicht! Das Live-Streaming ist zwar verlockend, bringt aber viele Risiken mit sich. Wer „YouNow“ nutzen und sich und seine Videos der großen Community zeigen möchte, sollte unbedingt einige Dinge beachten.

Persönlichkeitsrechte beachten

Rechtlich gesehen ist das Veröffentlichen von Aufnahmen nur dann erlaubt, wenn die gezeigte Person dem zustimmt. Wer sich nicht daran hält, und somit die Persönlichkeitsrechte des entsprechenden Menschen verletzt, kann leicht vor Gericht landen.

Da das Streamen bei „YouNow“ allerdings so schnell und unkompliziert ist, befürchten Kritiker, dass oftmals nicht alle gezeigten Personen auch ihre Zustimmung dafür gegeben haben.

Gerade wenn viele Leute gleichzeitig zu sehen sind, wie beispielsweise auf Partys oder in der Schule, kann das zu ernsthaften Problemen führen. Anwälte rechnen mit einer Flut von Abmahnungen.

Jugendschutz einhalten

Hinzu kommt, dass die Plattform in erster Linie von Minderjährigen genutzt wird. Offiziell ist eine Anmeldung erst ab dem Alter von 13 Jahren erlaubt. Außerdem brauchen Jugendliche unter 18 Jahren eine Erlaubnis ihrer Eltern. Doch in der Realität ist es für die Betreiber kaum möglich, das wirklich zu kontrollieren.

Um sich – im schlimmsten Fall – nicht für strafrechtliche Vergehen ihrer Kinder verantworten zu müssen, sollten Eltern deshalb genau darauf achten, was ihre Kinder ins Internet stellen.

Da die meisten User minderjährig sind, könnte es auch Schwierigkeiten mit dem Jugendschutz geben. Pädophile Annäherungen an Kinder sowie sexuelle Anspielungen sind bei dieser Plattform leicht machbar. Gerade weil die Bilder live übertragen werden, die Kommunikation mit dem Publikum in Echtzeit stattfindet und insgesamt alles in sehr hoher Geschwindigkeit abläuft, bleibt den Darstellern kaum Zeit, darüber nachzudenken, was sie vor der Kamera zeigen und wie sie reagieren.

Keine persönlichen Daten preisgeben

Stattdessen genießen viele Jugendliche die Aufmerksamkeit und geraten unter Druck, schnell zu handeln, bevor sich die Zuschauer anderen Live-Kanälen zuwenden.

Um sich zu schützen, sollten Nutzer auf keinen Fall persönliche Daten wie ihre Adresse, Handynummer oder Schule preisgeben. Außerdem sollten sie stets darauf achten, keine Videos von sich zu veröffentlichen, die sie in Situationen zeigen, die ihren im Nachhinein peinlich sind oder sie vor anderen bloßstellen könnten.

Auf Urheberrechte achten

Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr, gegen das Urheberrecht zu verstoßen. Wer beispielsweise Videos veröffentlicht, in denen Songs fremder Künstler ohne deren Genehmigung zu hören sind, macht sich streng genommen strafbar. Im Extremfall kann das zu einer Abmahnung beziehungsweise Strafzahlung führen.

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